Stille Tage in Zazen - ein Bericht
Unser Zen-Meister Hinnerk-Polenski ging in diesem Winter - wie jedes Jahr im Sommer und Winter - für einige Wochen in Klausur. Vorher hatte er bei seinem Besuch in unserem Zen-Kreis uns eindringlich dazu ermutigt, die Zeit "zwischen den Jahren" ebenfalls zur vertieften Meditation zu nutzen. "Nutzt diese dunkelsten Tage des Jahres, sie haben eine besondere Qualität. Lasst die Arbeit hinter Euch und nehmt diese Zeit für Euch, für Eure Meditation" habe ich ihn in Erinnerung.
Das sprach mich an. Wenigstens fünf Tage über den Jahreswechsel - nachdem alle Familienbesuche beendet waren - wollte ich mir für Meditation geben. Und es wurden wirklich fünf besondere Tage.
Morgens nach dem Aufstehen gehört das Sitzen natürlich sowieso dazu. Aber an diesen Tagen nahm ich mir nach einer Stunde Zazen erst einmal Zeit für eine gute Tasse Tee. Vor dem Fenster im Schnee tanzten die Meisen ums Futterhäuschen. Stille. Dann noch eine Runde Zazen, manchmal ein paar Yoga-Übungen, und ein gutes Frühstück. Ein langer Spaziergang durch die eisige Winterlandschaft... danach Zazen.
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Tiefe Stille Atem ein - Atem aus Von der Seite schaut mir zu eine Maus |
Essen bereiten, Abwasch und dergleichen gehört natürlich auch zu so einem Tag - darüber hinaus entdeckte ich eine alte verschüttete Liebe zum Brotbacken in diesen Tagen wieder.
Am Nachmittag einen gemütlichen Tee mit der Freundin und gemeinsames Sitzen; am Abend ein gutes (Zen-)Buch und noch eine Stunde Zazen vorm Schlafengehen - fünf Tage, die mich erfüllt und dankbar machten.
Matthias